Littfeld – Ein Dorf im Wandel

von Jana Wörster

      Littfeld Aussicht

Einführung

Geboren und aufgewachsen in Littfeld, sehe ich Littfeld als meine Heimat an. Meine ganze Familie lebt dort. Gemeinsam haben wir an diesem Ort viel erlebt und Erfahrungen gesammelt. Meiner Meinung nach hat Littfeld eine tolle Dorfgemeinschaft und auch ich selbst fühle mich dem Dorf sehr verbunden.

Genauso geht es auch meinen Großeltern, von denen ich viel über Littfeld und seine Geschichte gelernt habe. Deswegen werde ich in meinem Text einen kurzen Historischen Rückblick über das Dorf geben, sowie über mir wichtig erscheinende Themen sprechen. Das alles wird mit eigenen Erfahrungen und den Geschichten meiner Großeltern unterstrichen werden.

Ich hoffe mit meinem Text einen kleinen Einblick in das Leben in Littfeld und die Besonderheiten dieses Dorfes geben zu können.


Historisches zu Littfeld

Littfeld ist ein Stadtteil von Kreuztal und gehört zu den ältesten Orten im Siegerland. Die älteste Urkunde von Littfeld stammt aus dem Jahr 1250 (Vgl. Fick et al. 80). 400 Jahre vor Christus siedelten sich, aufgrund des dort gelegenen Eisens, die nach Norden ziehenden Kelten im Raum Littfeld an. Die Germanen drangen später dazu, der genaue zeitliche Ablauf ist jedoch unklar (Vgl. Fick et al. 60). Bis zum Beginn des 14. Jahrhunderts ist es schwer, Informationen über die Entwicklung von Littfeld zu finden (Vgl. Krämer 168).
Littfeld wird im Jahr 1969 offiziell ein Teil der Stadt Kreuztal und besteht zu dieser Zeit aus 423 Wohngebäuden und 2463 Einwohnern (Vgl. Fick et al. 83).

Zur Namensgebung von Littfeld gibt es einige interessante Überlieferungen. Schon als ich klein war, wurde mir die Geschichte von Littfeld von meinen Großeltern erzählt. Einer Sage nach fand in Littfeld vor langer Zeit eine große Schlacht statt, bei der viele Häuser verbrannt sind und unter der viele Menschen gelitten haben. Deswegen nannte man den Ort „Leidenfeld“ woraus später „Littfeld“ wurde. Dies ist auch als Überlieferung in dem Buch „Das alte Littfeld“ festgehalten (vgl. Schumacher „Das alte Littfeld“ 4).

Durch Littfeld fließt ein Bach namens Littfe was von der fränkischen Siedlung „Litphe“ abgeleitet wurde (Vgl. Fick et al. 81). Wenn man sich mit dem Namen der Littfe beschäftigt, fällt auf, dass es über die Jahre viele verschiedene Schreibweisen gab, zum Beispiel Leytphen, Letfen und Letphe (Vgl. Fick et al. 81). Bei der Namensdeutung von „Litphe“ wird über die Vorsilbe „Lit“ vermutet, dass sie entweder aus dem fränkischen von „lite“ abstammt, was „Berghang“ bedeutet, oder aus dem keltischen „Let“, was Lehm bedeutet (Vgl. Krämer 165). Die Endsilbe „phe“ ist von „apha“ abgeleitet und heißt soviel wie „fließendes Wasser“, „Bach“ (Vgl. Fick 61). Später wurde der Bach von den Kelten als „Lehmbach“ bezeichnet, da sie aus ihm Lehm zum Bau von Brennöfen verwendeten. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Bach daher Limbach (abgeleitet von „Lehmbach“) genannt. Der Limbach ist auch heute noch vielen Einwohnern in Littfeld ein Begriff, auch meine Großeltern nennen den Bach noch so.

Aus meiner Sicht ist ein zentrales Merkmal von Littfeld, dass es in einem Tal liegt, welches vom Rothaargebirge umgeben ist. Ich finde es außerdem wichtig, im Zusammenhang mit Littfeld auch Burgholdinghausen zu erwähnen, da es zum Littfelder Raum gehört. Der Fluss Littfe hat seinen Ursprung in Burgholdinghausen. Außerdem bilden Littfeld und Burgholdinghausen zusammen den nordöstlichen Zipfel des Siegerlandes (Vgl. Krämer 164).

Burgholdinghausen wird in einer Schenkurkunde (1079) das erste Mal genannt und hieß früher noch Haldonghusen. Diese Schenkurkunde wird als Abschrift aus dem 17. Jahrhundert im historischen Archiv der Stadt Köln aufbewahrt (Vgl. Schumacher, „Vom alten Littfeld, Burgholdinghausen und Kindelsberg“ 51).

Es war der Sitz des Geschlechts von Holdinghausen. 1684 starb der letzte männliche Holdinghausener, Johann Philip von Holdinghausen (Vgl. Schumacher, „Vom alten Littfeld, Burgholdinghausen und Kindelsberg“ 51). Der Ort wurde 1969 in Kreuztal eingegliedert. Heutzutage umfasst Burgholdinghausen 20km² und ist damit der größte Stadtteil von Kreuztal, jedoch auch der bevölkerungsärmste.

Burgholdinghausen besteht größtenteils aus Wäldern und Flüssen und spielt genau deswegen für mich persönlich eine große Rolle, da ich schon als Kind mit Freunden oft dort gespielt habe. Wir haben uns Verstecke im Wald gebaut und sind im Winter mit Schlittschuhen auf den zugefrorenen Seen gefahren. Heute gehe ich dort oft mit meinem Hund spazieren und genieße die Natur und die gelegentlich auftauchenden alten Gebäude.

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 Karte von Littfeld von 1835

Wirtschaft in Littfeld

Bergwerkstradition – Grubengelände am Altenberg

Der Bergbau ist für einen besonderen wirtschaftlichen Aufschwung in Littfeld verantwortlich. Da viele Bergleute und Handwerker gebraucht wurden, wuchs die Bevölkerung schnell an.

Die bekanntesten Gruben von Littfeld sind die Gruben „Victoria“, „Heinrichsegen“, „Silberart“ und „Altenberg“. Für mich ist jedoch besonders der Altenberg erwähnenswert, da ich dort oft mit meiner Familie spazieren war. Wir haben die dortigen Überbleibsel des Grubengeländes erkundet und sogar Blumen für mein Herbarium in der Schulzeit gesammelt.

Schon um 1200 wurde auf dem Altenberg unter der Erde gearbeitet, um an die heimischen Erze zu gelangen (Vgl. Schumacher „Das alte Littfeld“ 42). Dies wurde durch Ausgrabungen belegt, bei denen Silber-, Blei- und Zinkerze gefunden wurden. Vorwiegend wurde auf dem Altenberg jedoch nach Silbererz gegraben. 1860 wurde einer der ersten Maschinenschächte auf 248 Meter ab getieft. Durch den Schacht wurden die Erze durch einen Stollen zum Heimkäuser Tal gebracht. Die Steinwände der Stollen waren besonders brüchig, was die Grube Altenberg zu einer sehr gefährlichen Grube machte (Vgl. Schumacher „Das alte Littfeld“ 42).

Der wirtschaftliche Höhepunkt des Bergbaus trat mit dem Bau der Ruhr-Sieg-Eisenbahn ein, an der Littfeld seit dem Jahre 1861 gelegen war. Dies führte zu einer regen Entwicklung der Littfelder Gruben, da das Erz besser transportiert werden konnte (Vgl. Schumacher, „Vom alten Littfeld, Burgholdinghausen und Kindelsberg“ 24).

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 Der Altenberg (Früher im Vergleich zu heute)

Auch über den Altenberg, der von langjährigen Dorfbewohnern gerne „Almerich“ genannt wird, gibt es eine Geschichte, die schon seit Generationen weitererzählt wird. Die Geschichte handelt von einer untergegangen Stadt auf dem „Almerich“. Es heißt, dass die reichen Altenberger ihren Reichtum nicht teilen wollten, und dafür von Gott bestraft wurden. Ein großes Feuer brach aus und brannte die ganze Stadt nieder.

Diese Geschichte gewinnt an Wahrheitsgehalt, als Günter Katz und Hubert Cadel 1964 auf Mauerwerk und angekohlte Balken auf dem Altenberg stoßen (Vgl. Fick et al. 63). Des Weiteren fanden sie Tonscherben, Haare und Silbermünzen. Ausgrabungen und Untersuchungen haben bewiesen, dass im 13. Jahrhundert dort eine Bergbausiedlung bestand (Vgl. Fick et al. 63). 1927 wurde die Grube Altenberg stillgelegt (Vgl. Fick et al. 83). Dennoch gibt es auch heute noch eine Haubergs Genossenschaft, die den Namen „Waldgenossenschaft Littfeld“ trägt.

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 Ausblick vom Altenberg, Naturschutzgebiet und Flora-Fauna-Habitat

Handwerk

In Littfeld wurde schon immer viel mit Wald, Wiese und Feld gearbeitet. Im Hauberg wurde Loh geschält, das Holz zuhause selber mit einem Beil klein geschlagen und der Haubergboden zur Roggengewinnung genutzt (Vgl. Schumacher „Vom alten Littfeld“ 51).
 
Die meisten Handwerksbetriebe nutzten früher die Antriebskraft von Wasser zur Herstellung von Werkzeugen für die Land- und Forstwirtschaft (Vgl. Schumacher, „Vom alten Littfeld, Burgholdinghausen und Kindelsberg“14). Auch heute findet man noch alte Wasserräder in Littfeld, was dem Ort meiner Meinung nach eine romantische Note verleiht.

Zu meinen persönlichen Erfahrungen kann ich erzählen, dass meine Familie schon immer im Besitz von Pferden war und sich meine Urgroßeltern mit diesen auch aktiv an wirtschaftlichen Arbeiten beteiligt haben. Es wurde zum Beispiel mithilfe der Pferde Holz aus dem Wald gezogen. Ich selber habe oft dabei geholfen, Heu für die Pferde zu machen.

Im Sommer war dies immer ein großes Ereignis, bei dem die ganze Familie und viele Freunde zusammen gekommen sind. Als Erstes wurde das Gras mit Sensen (Später mit Maschinen) abgemäht. Dann wurde das Gras mehrere Wochen liegen gelassen, damit es trocknet. Wenn es während dieser Zeit geregnet hat war das immer sehr ärgerlich und hat den Prozess nur verlängert.

Nachdem das Gras völlig vertrocknet und bräunlich geworden war, wurde es mit einer Heupress-Maschine zu viereckigen Ballen gepresst. Dann ging es mit einem großen Trecker mit Anhänger zu den Wiesen, wo die Ballen lagen und jeder musste mit anpacken. Ich war meistens auf dem Anhänger, während die Männer die Heuballen mit Gabeln auf den fahrenden Hänger geschmissen haben. Die Aufgabe der Personen auf dem Hänger war es, die Heuballen schnellstmöglich zu ordnen und in Reihen zu stapeln. Nicht selten kam es vor, dass man auch Mal von einem Heuballen getroffen wurde. Der Anhänger wurde bis zu 5 Meter hoch mit gestapeltem Heu geladen.

Wenn der Anhänger schließlich voll war, sind alle an den Heuballen hochgeklettert und haben ganz oben Platz genommen, um dann zurück zum Stall zu fahren. Die Fahrt oben auf dem Hänger war immer der Teil, den ich am liebsten mochte. Man konnte nur langsam fahren, da die Heuballen sehr hin und her gewackelt sind, und man musste sich oft ducken, um nicht von Ästen getroffen zu werden.

Am Stall angekommen wurde das Heu auf den Heuboden geworfen, wo die Frauen dann schon bereit standen, um das Heu dort zu stapeln. Man musste mehrere Fahrten an einem Tag machen. Abends war man dann komplett erschöpft, hatte meist ein paar blaue Flecken und die Arme und Beine vom Heu zerstochen. Vielleicht ist es auch erwähnenswert, dass man überall in den Haaren und unter den Klamotten Heu stecken hatte.

Trotz der Anstrengung hatten alle immer sehr viel Spaß dabei und abends wurde dann zusammen gefeiert.

Ich finde daran sieht man, dass sich gerade bei der Land- und Forstwirtschaft sowie im Bergbau die Menschen gegenseitig zur Hand gehen mussten, was dazu führte, dass die Menschen aufeinander angewiesen waren. Daraus entstanden ein enger Dorfzusammenhalt und die Entwicklung eines Vereinslebens (Vgl. Schumacher „Vom alten Littfeld“ 94).

Die Dorf-Schmiede

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   Postkarte/Flyer über die Schmiede Krämer. Heimatverein, 2018.
Adresse der Schmiede: Zum Burberg 7, 57223 Littfeld

Die Schmiede Krämer war ein Projekt des Littfelder Heimatvereins. Wie auf dem Flyer zu erkennen ist, hat der Verein die Schmiede erworben, um sie zu restaurieren und so die Überreste der früheren Littfelder aufrecht zu erhalten. Die Einweihung der instandgesetzten Schmiede fand am Samstag, den 23. Juni 2018 statt. Dazu ist, unter anderem, sogar die NRW-Stiftung, ein Vertreter des Bürgermeisters Herr Walter Kiß, der Stadtbaurat Herr Eberhard Vogel und die Denkmalschutzbeauftragte Frau Verena Gräbener erschienen. Im Verlauf der Einweihung wurde die Schmiede von Pastor Frank Hippenstiel gesegnet.

Die Idee der Restaurierung schien vielen Leuten zu gefallen und mehrere Zeitschriften schrieben Berichte darüber. Schon am 24.08.2017 war ein Bericht über die Schmiede in der Westfälischen Rundschau und am 04.01.2018 im Siegerlandkurier zu finden. Am 17. Juli 2018 war dann auch ein TV-Bericht in der Lokalzeit Südwestfalen, der zeigt wie das Feuer der Schmiede zum ersten Mal wieder entfacht wurde.

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 Die Schmiede vor der Restaurierung       Die Schmiede heute
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Bei der Restaurierung wurde versucht, das meiste der Schmiede zu erhalten und das Originalmauerwerk nur neu und stabiler zusammen zu setzen. Das war allerdings mehr Arbeit als anfangs gedacht, so der Vorstandsvorsitzende Martin Fick. Es mussten marode Balken komplett ausgetauscht und Wände neu vermauert werden. Auch das Fenster wurde originalgetreu erneuert, da es undicht war. Viele Handwerker aus dem Dorf haben bei der Restaurierung tatkräftig mit angepackt. Die Restaurierungskosten der Schmiede beliefen sich am Ende auf 67.329€.

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 Einblick in den Innenraum der Schmiede Krämer  

In der Schmiede Krämer gibt es nun regelmäßig Workshops, in denen Kinder schmieden lernen können.

Zu den Zukunftsplänen für die Schmiede sagt Martin Fick, dass die Schmiede kein Museum werden soll, Besichtigungen jedoch möglich sind. In erster Linie soll „Schmieden“ als Handwerk, mit Hilfe von Schnupperkursen und Schmiedekursen, erlebbar gemacht werden. Ab 2019 sollen die Littfelder Ferienspiele „Verformen leicht gemacht“ für Kinder und Jugendliche von 8 bis 14 Jahren in der Schmiede durchgeführt werden. Abschließend sollen noch bestimmte Tage im Monat festgelegt werden, an denen sie für jedermann geöffnet hat. An diesen Tagen wird dann das Sense dengeln und Schleifen von Äxten und Messern angeboten.

Allgemeines über Littfelder Schmieden:
Manche Schmieden wurden früher durch ein unterirdisches Wasserrad, welches Wasser von der Littfe nutzte, angetrieben. Der Blasebalg konnte so in Gang gebracht werden und die Kohlenglut zum schmelzen anfachen. Vor allem Eisenstein wurde erhitzt und geschmolzen, um Eisen daraus zu gewinnen (Vgl. Krämer 165). In den Schmieden wurden Grubenbohrer für den Bergbau spitz gemacht, sowie handgeschmiedete Äxte und Knippe hergestellt. Im Brennofen war ein Loch, wodurch das verflüssigte Eisen dann nach unten raus fließen konnte. Nach 1927, als der Bergbau sich dem Ende näherte, wurden hauptsächlich noch Sensen hergestellt und verkauft (Vgl. Schumacher, „Vom alten Littfeld, Burgholdinghausen und Kindelsberg“ 23).


Vereinswesen

Die älteste Littfelder Vereinsurkunde wurde im Juli 1867 zur Gründung des Littfelder Schützenvereins erschaffen. 1882 wurde der „Männergesangverein Hoffnung Littfeld" gegründet. 1894 folgte der „Turnverein Hoffnung Littfeld". Am 29.03.1984 war die erste Gründerversammlung des Heimatvereins; heute „Heimatverein Littfeld/Burgholdinghausen e.V." (Vgl. Fick et al. 11).

Das erste Dorffest fand am 29. und 30. Juli 2000 statt (Vgl. Fick et al. 58). Das Motto hieß „Littfeld rückt zusammen“. Seitdem wird alle zwei Jahre ein Dorffest gefeiert. Die Dorffeste sollen dazu führen, dass auch neue Einwohner von Littfeld die Gemeinde kennen lernen und sich besser integrieren können. Weitere Veranstaltungen, die vom Heimatverein ausgerichtet werden, sind das Maibaumfest, Kartoffelbratfest und ein „Adventsmärktchen“ zur Weihnachtszeit (Vgl. Fick et al. 24/25).

Der Vorstand des Heimatvereins trifft sich zweimal jährlich, um jegliche Veranstaltungen zu planen, sowie Einnahmen von Dorffesten und Sonstigem zu verwalten. Dabei ist er stets um Verbesserungen und Verschönerungen im Ort und um Humanitäres in Form von ehrenamtlichen Arbeiten bemüht.

Seit 1996 beteiligt sich Littfeld auch aktiv an dem Kreiswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden. Unser Dorf hat Zukunft.“ (Vgl. Fick et al. 39). Im Zusammenhang mit dem Wettbewerb wurde die ehemalige Kapelle gründlich renoviert und dient nun als Bürgertreff.

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 Die Littfelder Kapelle mit anliegendem Dorfplatz    

Hoch über dem Siegerland - Der Kindelsberg

Der Kindelsberg ist wohl nicht nur Littfeldern, sondern den meisten Siegerländern ein Begriff. Noch heute befinden sich neben dem Kindelsberg Erdwälle der keltischen Wallburg, die sich 500 vor Christus dort befand (Vgl. Schumacher, „Vom alten Littfeld, Burgholdinghausen und Kindelsberg“ 66). Sie wurde von den Kelten erbaut, um das Siegerland vor Angriffen der Germanen zu schützen. Das Besondere an Wallburgen war, dass sie Volksburgen waren und den Bürgern, nicht dem Adel, Schutz bieten sollten (Vgl. Krämer et al. 164).

Kaiser Wilhelm I. war ein großer Förderer des heimischen Bergbaus und ließ 1871 das Deutsche Reich Wirklichkeit werden. Zu seiner Verehrung wurde 1987 beim Kindelsberg eine Kaiserlinde gepflanzt (Vgl. Schumacher, „Vom alten Littfeld, Burgholdinghausen und Kindelsberg“ 68).

Es gibt auch Überlieferungen zu einer Geschichte um den Kindelsberg (Vgl. Schumacher, „Vom alten Littfeld, Burgholdinghausen und Kindelsberg“ 68). Laut dieser Geschichte lebte am Kindelsberg eine Frau, die einem Grafen versprochen war. Als dieser Graf an einem Kreuzzug teilnahm, sagte er seiner Frau, dass er solange am Leben sei, wie die Linde vor dem Burgtor steht. Nach 3 Jahren war der Graf immer noch nicht zurück und deshalb hielt der Ginsburgritter um die Hand der Frau an. Sie wies ihn jedoch ab, da die Linde vor dem Tor noch stand. Mitten in der Nacht riss der Ginsburgritter dann die Linde aus und hielt am nächsten Tag erneut um die Hand der Frau an. Als sie ihn wieder abwies erstach er sie mit seinem Schwert. Der Graf kam wenig später von seinem Kreuzzug zurück und nahm Rache an dem Ginsburgritter (Vgl. Schumacher, „Vom alten Littfeld, Burgholdinghausen und Kindelsberg“ 68).

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 Der Aussichtsturm am Kindelsberg (Früher und heute)

Im Jahre 1904 kam zum ersten Mal die Idee für einen Aussichtsturm am Kindelsberg auf. Der Turm sollte 23 Meter hoch und aus Bruchsteinmauerwerk statt aus Eisen oder Holz errichtet werden. 1905 erfolgte dann die Grundsteinlegung. Der Bau dauerte zwei Jahre. Im Turm befindet sich eine steinerne Wendeltreppe, die zu einer Aussichtsplattform führt. Von dort kann man eine wunderbare Aussicht genießen. Seitdem ist der Kindelsberg ein bekanntes Wanderziel (Vgl. Schumacher, „Vom alten Littfeld, Burgholdinghausen und Kindelsberg“ 69/70).

Eine noch beliebtere Anlaufstelle wurde der Kindelsberg 1953, als ein Rasthaus direkt neben dem Turm eingeweiht wurde. Aus diesem Anlass bekam der Kindelsberg auch eine Autozufahrt und Strom (Vgl. Schumacher, „Vom alten Littfeld, Burgholdinghausen und Kindelsberg“ 71). Auch heutzutage kann man dort z.B. sehr leckere Schnitzel oder Waffeln essen.

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 Aussicht vom Kindelsberg

Littfeld : Ein Dorf im Wandel – Früher - Heute

Abschließend findet man nun einige Fotos, die einen Vergleich zwischen Littfeld von früher und Littfeld von heute darstellen. Die Bilder von früher (um 1930) wurden freundlicherweise vom Vorstand des Heimatvereins Littfeld zur Verfügung gestellt. Die Bilder von heute (2018) sind von der Autorin selbst.

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 Johann-Heinrich-Jung-Straße    
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 Grubenstraße    
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 Altenberger Straße    
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 Altenberger Straße    
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 Sicht auf die Kapelle + Hagener Straße    
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 Limbachstraße/ Littfelder Ecke    
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 Im Schloos / Johann-Heinrich-Jung-Straße    
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 Früheres Haus Hesse/ Hagener Straße    Heute Bäckerei Hesse
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 Jugendherberge mit anliegender Sporthalle (1927/28 erbaut)

(2019)


Quellen

Fick, Martin, et al. „25 Jahre. 29. März 1984 - 29. März 2009“. Auflage 400. Kreuztal, Heimatverein Littfeld-Burgholdinghausen e.V., 2009.

Heimatverein Littfeld-Burgholdinghausen e.V. Internetseite. 2018, http://www.littfeld.de/. Zugriff 12.12.2018.

Krämer, Gerhard, et al. „100 Jahre TV “Hoffnung“ Littfeld e.V.“. Hrsg. TV Hoffnung Littfeld e.V., Kreuztal, Druckhaus Kay,1994.

Schumacher, Hans Joachim. „Das alte Littfeld – in Bild und Wort“. Hrsg. Volksbank Littfeld e.G., Kreuztal, Druckhaus Kay, 1986.

Schumacher, Hans Joachim. „Vom alten Littfeld, Burgholdinghausen und Kindelsberg“. Hrsg. Volksbank Littfeld e.G., Kreuztal, Druckhaus Kay, 1987.

Vorstand, Heimatvereins Littfeld/Burgholdinghausen e.V.

 

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