Bergisches Land

Der Weg nach Wipperfürth

Grüne, saftige Wiesen, Wälder, soweit das Auge reicht – nein, wir sind nicht im Allgäu, und es ist auch nicht eine Umschreibung für Tolkiens Auenland. Wir befinden uns im Oberbergischen Land, genauer noch in der ältesten Stadt des bergischen Landes: Wipperfürth. Neben rund 23.000 Einwohnern wohnt hier aber noch eine Seltenheit: eine Geige. Im ersten Moment vielleicht nichts Besonderes, aber die Geschichte dieser Geige, bzw. ihres Erbauers, ist eine wirklich ungewöhnliche, die einen nicht unberührt lässt.

„Karl May wäre stolz auf mich gewesen – meine Mutter nicht…“

Es war kalt. 16 kleine Fensterscheiben mit einem Rahmen aus Gusseisen waren zugefroren. Wir gingen mit dem Mund ganz nah an eine der Scheiben, aber nicht zu nahe, dann klebten die Lippen fest. Wenn wir dann kräftig hauchten, entstand ein kleines Guckloch, durch das wir vielleicht den Nikolaus sehen konnten. Doch durch das angehauchte Küchenfenster sahen wir nur die alte Schmiede, die Molkerei mit ihren großen Schornstein, die weißgefrorene Wiese und ein paar Äste des Kastanienbaumes.

Als der Krieg nach Oberberg kam

Am 1. Dezember 1943 machte der Zweite Weltkrieg Halt im Oberbergischen Land. Um 11: 50 Uhr erreichte das Dieringhauser Elektrizitätswerk folgende Meldung: „Achtung! Starker Feindverband kreist im Raum Gummersbach – Waldbröl. Achtung vor Notwürfen!“. Knapp zehn Minuten später fielen die ersten Bomben im Oberbergischen Kreis.

Kein schöner Land



„Die Täler und Hügel, die Bäche und den Wald.“
„Die Natur, aber auch die Industrie, denn hier fand man gut Arbeit.“

Von Galgen und Hexen in und um Waldbröl

Von jeher an gibt es Menschen, die versuchen für Gerechtigkeit zu sorgen, doch nicht immer waren Urteile und Anklagen gerechtfertigt. So auch bei uns im Oberbergischen Kreis. Aus Urkunden und anderen Dokumenten lässt sich nur annähernd erahnen wie weit der Drang nach Gerechtigkeit die Menschen trieb. Doch entgegen aller Vermutungen waren die Befragungen vor dem Gericht schon damals im 16. Jahrhundert sehr gründlich. So wurden Zeugen wie heutzutage nach vollem Namen, Alter, Staatangehörigkeit und ihrem Beruf befragt. Trotzdem kam es zu Irrtümern bei Verurteilungen und schnell wurde aus Gerechtigkeit Grausamkeit.