Ein Mord aus der Vergangenheit

von Katharina Lauer

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„ Euch zu finden, war ein Wettlauf gegen die Zeit! Seid froh, dass ihr jetzt bei mir seid!“

„Was, warum? Ich verstehe gar nichts mehr.“

„Black, hat euch in die Vergangenheit entführt, weil er euch hier als Geiseln und Druckmittel benutzt. Zeitreisen sind gerade erst möglich geworden, und es herrscht ein erbitterter Kampf zwischen den zwei größten Unternehmen auf der Erde, die im Endeffekt alles lenken und leiten. Ihr könnt euch gar nicht ausmalen, um welche Ausmaße es sich dabei handelt. Vieles davon darf ich euch auch gar nicht erzählen, weil alles streng geheim ist.

Ich kann euch nur sagen, es geht um viel Einfluss und Macht und ihr seid für Black eine enorm bedeutsame Sache. Ihr seid die Vorfahren von zwei sehr wichtigen Männern aus dem Konzern, für den ich arbeite. Wir haben etwas erfunden, was von enormer Bedeutung für die Menschheit ist und dieses Geheimnis möchte das andere Unternehmen jetzt von uns erpressen. Indem Zeitreisen noch gar nicht offiziell sind und somit einen rechtsfreien Raum bilden, will Black, falls wir nicht einstimmen und unsere Firmengeheimnisse an sein Unternehmen weiter geben, euch beide töten und das

Leben unserer Leute auslöschen. Sie würden einfach nicht mehr existieren und somit würde die Zukunft sich komplett zu ihren Gunsten ändern.“

Ich glaube, Macal Harsen hatte noch nie in so verdutzt dreinschauende Gesichter geblickt wie jetzt.

Er wartete doch jetzt nicht wirklich auf eine Reaktion von uns beiden? Mhm, aber anscheinend doch. Mir gingen tausend Fragen durch den Kopf und so viele Ungereimtheiten.

Ich fand langsam meine Stimme wieder: „ Ok, das mag ja alles schön und gut sein und unter der Annahme, dass du die Wahrheit sagst, gibt es total viele Sachen, die ich hier absolut nicht kapiere.

Erstens, wieso sind wir in der Mittelalterversion von Siegen gelandet und warum, in Gottes Namen, lag dieser Black oder wie er auch immer heißen mag, tot neben mir? Außerdem fragte er uns nachdem diesem Glitzern? Kannst du uns das erklären“

Harsen sah weiterhin sehr entspannt und ruhig aus.

„ Jaja, das Glitzern. Immer da, wo das Glitzern auftaucht,öffnet sich das Zeitportal und es besteht die Möglichkeit hindurch zu schlüpfen. Leider ist das Ganze noch sehr instabil, und wenn man zu oft in der Zeit reist, so wie das Black getan hat, passiert es ab und an mal, dass die Körperfunktionen sich herunterfahren und man wie tot erscheint. Das hält eine kurz Zeit an, bis der Organismus sich wieder erholt hat. Also er war gar nicht wirklich tot, sondern es sah nur so aus. Der Ort, an dem wir sind, hat ebenfalls etwas damit zu tun, dass die Technologie noch in den Anfängen steckt. Dich hat Black zuerst gefunden, du lebst in Siegen und der Ort war dann ausschlaggebend für die Zeitreise. In welcher Epoche man landet ist noch sehr schwierig zu beeinflussen.“

Das war zwar alles abgedreht, aber in seinen Erklärungen, hatte das alles irgendwie Sinn!

Phillip meldete sich auf einmal zu Wort: „ Und was ist jetzt? Was passiert jetzt mit uns?“

„Ich werde versuchen, Blick aufzuhalten und euch an einen sicheren Ort bringen.“

Genau in diesem Moment flog die Tür durch den Raum und Blick stand im Raum, packte Harnes am Hals. Der schlug Blick mit einem mächtigen Hieb ins Gesicht, dieser Schlag ließ Blick durch den ganzen Raum fliegen.

Ein heftiger Kampf tobte zwischen den beiden und wir zwei Deppen standen wie angewurzelt da und sahen den Kampf der beiden Zauberer.

Ich schüttelte den Kopf. Harnes versuchte die ganze Zeit etwas zu sagen, wurde aber durch die Angriffe von Blick immer wieder unterbrochen, dann verstand ich plötzlich zwei Brocken, von dem was er uns zurief: „Lauft zum Fluss und findet das Glitzern.“

Schon wieder rannten wir los und ließen die Hexenmeister hinter uns weiter kämpfen.

Zurück über den Marktplatz und an den Menschen vorbei. Oh guck, die Wachleute hatten uns entdeckt, und liefen auch schon wieder hinter uns her. „ Schneller, schneller!!“, rief Philipp mir zu. Den Berg runter und wieder auf die Brücke, wir blieben stehen und schauten links und rechts ins Wasser und dann sah ich es, das Glitzern. Die Wachmänner kamen immer näher: „Komm, kletter hoch, wir springen einfach in den Fluss!“ Fast hätte ich es nicht mehr rechtzeitig geschafft, denn einer der Soldaten streckte den Arm aus und hätte mich beinah am Fuß festgehalten aber ich fiel nach unten. Mich hatte er nicht bekommen, aber Phillip, er blieb oben und wurde von den Wachmännern überwältigt.

 

 

Ich stürzte und stürzte , gefühlt ins bodenlose Nichts, dann weiß ich nichts mehr, bis zu dem Moment, als ich wieder aufwachte. Meine Hand schmerzte. Ich hatte mich wohl bei dem Sturz von der Brücke an der Hand ordentlich verletzt.

Ich war wieder unter der Unterführung. Ich öffnete die Augen und alles sah so aus wie immer. Ich rappelte mich auf und außer der Hand ging es mir gut. Ich ging die Unterführung hoch und alles war wieder beim Alten, alles sah genauso aus, bevor dieses verrückte Zeugs passiert war, aber ich fühlte diese Angst in mir. Das Ganze war noch nicht vorbei.

Ich ging nach Hause.

 

 

 

Ich war wieder an meinem Küchentisch und betrachtete die Narbe an meiner Hand. Die Koffer waren gepackt. Zwei Wochen waren seitdem vergangen und diese Angst ließ mich nicht schlafen. Ich musste die ganze Zeit an Phillip denken und ob er es doch geschafft hatte. Ich hatte beschlossen, nach Hamburg zu fahren und ihn zu suchen, vielleicht hatte ich Glück und würde etwas herausfinden.

Ich sah aus dem Fenster noch mal auf die Siegener Oberstadt. Ich würde diese Stadt nun verlassen, wahrscheinlich für eine sehr lange Zeit und ich war mir noch nicht einmal sicher, ob ich überhaupt jemals zurückkehren würde.

Es stimmte mich traurig. Ich hatte meinen Freunden nichts davon erzählt, nur einen Zettel hatte ich meinem besten Freund in den Briefkasten geworfen, dass er sich keine Sorgen machen sollte und mich bitte auch nicht suchen und dass ich mich bald bei ihm melden würde. Ich schaute mir die Stadt noch einmal genau an, die tausend Fensterchen von meiner geliebten Italienaussicht.

Plötzlich blendete mich etwas. Ich kniff die Augen zusammen und suchte in den Fenstern danach, woher das kam. Und dann sah ich es, direkt im Haus gegenüber in der Dachgeschosswohnung am Fenster stand ein Mann mit einem Spiegel in der Hand und benutzte die Sonne um mich zu blenden.

Es war Black.

Ich drehte mich rum, nahm meinen Koffer und rannte die Treppen runter.

 

 

 

Ende

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