Autorin

Katharina Hennig
©2008
Der Druidenstein und die Druidenfestspiele


Der Druidenstein bei Kirchen-Herkersdorf im Landkreis Altenkirchen ist ein kegelförmiger Basaltfels, der sich auf 450 m über NN 20 m hoch in der malerischen, bewaldeten Landschaft des Westerwaldes und Siegerlandes erhebt. Er ist ca. 25 Millionen Jahre alt; die skurrile Gestalt beruht auf  Lava, die sich durch die Grauwacke des Gebirges hindurchzwängte und schließlich erstarrte. Die hervortretende Kuppe des steinernen Wahrzeichens der Verbandsgemeinde Kirchen schrumpft jedoch immer weiter. Dies liegt zum einen an der Erosion, zum anderen an seiner Nutzung als Steinbruch für den Straßenbau, da man den Basalt des Druidensteines für den Bau der Landstraße Neunkirchen-Betzdorf nutzte. Im Dreißigjährigen Krieg soll die Spitze des Druidensteines aus taktischen Gründen abgebrochen worden sein. 1979 schlug ein Blitz in das Naturdenkmal Druidenstein ein, worauf hin dessen Spitze mit sechs Stahlbetonbalken gestützt werden musste. Seit 1869 steht der Druidenstein unter Naturschutz.

Um den Druidenstein ranken sich zahlreiche Mythen und Sagen. So sollen Druiden und Druidinnen an dieser Stelle ihren Opferkult zelebriert haben. In vorchristlicher Zeit sollen keltische Priester auf dem Druidenstein eine Opferstätte errichtet haben, auf der die germanische Göttin Herka verehrt wurde. Hier findet sich ein Bezug zum Ortsnamen des nahe gelegenen Dorfes „Herkersdorf“.

Am 23. März 1919 erfolgte die Gründung des Katholischen Kreuzwegbauvereins Herkersdorf zur Beschaffung von Geldmitteln zur Errichtung des Kreuzweges. Zu diesem Zweck wurde beschlossen, Theateraufführungen  zu organisieren. So entschied man, die Passionsspiele aufzuführen. Die Premiere war ein überwältigender Erfolg und brachte 11.500 Mark ein. 1946 war das Gründungsdatum des  Kirchbauvereins; der Kreuzwegbauverein wurde aufgelöst, seine Ziele jedoch weiterverfolgt. Es galt, den Kreuzweg zu erhalten und zudem auch schöner zu gestalten. Dies ist auch heute noch das Hauptanliegen des Kirchbauvereines. Alljährlich finden Prozessionen am Karfreitag und an Christi Himmelfahrt statt auf dem Kreuzweg statt, der zum Druidenstein führt.

In den 1950er-Jahren fanden die „Druidenstein-Freilichtspiele“ statt: Über 40.000 Zuschauer besetzten in den Jahren 1952 und 1953 die eigens für diesen Anlass errichteten Holztribünen. 10 Jahre lang, jeweils von Pfingsten bis September, spielte die Dorfgemeinschaft vor der eindrucksvollen Steinkulisse des Druidensteines. Dieser ist auch heute noch ein beliebtes Ausflugsziel und Wahrzeichen der Verbandsgemeinde Kirchen.

Literatur:
KOCH, Horst G.: Rund um die Freusburg. Zwischen Druidenstein und Wildenburger Land, Kirchen 1988.

www.wikipedia.de




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